Corona Trends Deutschland: Zoom, Malen und Liegestütze

Seit einigen Wochen ist die Corona-Krise Thema Nummer 1 in Deutschland. Aktuell gibt es Ausgangsbeschränkungen in allen Bundesländern und die Leute bleiben zu Hause.

Ich habe mich gefragt, womit die Deutschen ihre Zeit verbringen und bin auf Google Trends gestoßen. Die Anzahl der Suchanfragen pro Tag ist eine gute Approximation dessen, was Leute beschäftigt, und durch Covid19 sieht man einen sehr klaren “Corona-Knick” in vielen Trends.

1. Last-Minute Friseurtermin

Es sieht so aus, als ob viele Deutsche die drohenden Ausgangssperren geahnt haben, und vorher nochmal zum Friseur gegangen sind. Was gibt es Wichtigeres, als auf Zoom & Co den perfekten Haarschnitt zu haben?

2. Chat-Tools: Skype ist zurück, Zoom ebenfalls stark

In Zeiten von Social Distancing ist Video-Chat extrem wichtig. Insbesondere Zoom ist in aller Munde. Das stärkste Comeback hat jedoch Skype, wahrscheinlich, weil insbesondere Ältere schon seit vielen Jahren mit dem Umgang vertraut sind, und Eltern jetzt so mit ihren Kindern kommunizieren.

3. Ausgehen ist out

Mit Maredo und Vapiano haben bereits zwei große Restaurantketten die Insolvenz angemeldet. Wenn die Ausgangsbeschränkungen länger anhalten, werden es nicht die letzten sein.

Auch einige digitale Startups, deren Geschäftsmodell von physischen Aktivitäten außerhalb der eigenen Wohnung abhängt, werden Schwierigkeiten bekommen.

Die Taxibranche kämpft ohnehin schon mit digitalen Konkurrenten wie Uber und Lyft. Durch die Krise könnte der Bedarf an Taxis sich reduzieren, während gleichzeitig das Angebot an Uber-Fahrern sich erhöhen könnte (je nachdem wie gravierend die wirtschaftliche Lage). 2008/09 war das einer der Faktoren die zum Erfolg der Ridesharing-Platformen beigetragen haben, da viele Menschen in wirtschaftlicher Not eine schnelle Einkommensquelle brauchten.

4. Kein starker Anstieg von e-Learning

Die Vermutung liegt nahe, dass viele die Zeit zu Hause nutzen um neue Skills zu erlernen. Einige der großen Platformen haben auch spezielle Corona-Angebote um neue Kunden zu gewinnen. Bisher hält sich das Interesse aber in Grenzen:

Auch das Interesse an formaler Bildung zeigt (noch?) keinen starken Anstieg:

5. Keine Änderung bei Dating-Platformen und Erotikangeboten

Erstaunlicherweise gibt es in beiden Kategorien keine nennenswerte Änderungen. Ich hätte erwartet, dass das Interesse an Tinder & Co sinkt (weil man sich nicht physisch treffen kann), das Interesse an digitalen Angeboten dafür aber zunimmt.

Wenn Leute also die zusätzliche Zeit zu Hause nicht mit Lernen verbringen, aber auch nicht mit digitalen Erotikangeboten, was tun sie stattdessen?

6. Home-Workouts

Da die Fitnessstudios geschlossen sind, suchen viele nach Alternativen für ein Workout zu Hause. Klimmzüge, Liegestütze und Kurzhanteln haben im aktuellen Monat Hochkonjunktur.

7. Malen und Zeichnen gegen Langeweile

Teilweise sind diese Trends erklärbar durch die Corona-Regenbogen Challenge, aber zum anderen ist Malen ein guter Zeitvertreib, der kaum etwas braucht.

8. Online-Supermärkte statt Pizza-Taxi

Fertige Gerichte direkt nach Hause zu bestellen ist von der aktuellen Situation überhaupt nicht betroffen. Das Suchvolumen für “Pizza Lieferservice”, “Deliveroo” und “Uber Eats” unterscheidet sich praktisch nicht von den vorherigen Monaten.

Anders sieht es dagegen aus bei Online-Bestellungen von Lebensmitteln:

Trotz massiver Lieferschwierigkeiten sind sämtliche Lieferdienste stark nachgefragt, allen voran Rewe Online als Marktführer. Es scheint, als ob viele Leute die Zeit nutzen um selbst zu kochen.

Soweit die ersten Ergebnisse zum Thema “Welche Dinge verändern wir während Corona”. Als Nächstes plane ich einen ähnlichen Artikel zum Thema Investments und wirtschaftliche Trends.

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